| 5.3. DNA-Bildcytometrie:
Frühdiagnose und Malignitäts-Gradierung von Krebs
Bei der DNA-Bildcytometrie wird die Menge an Erbsubstanz (DNA) pro Zellkern
computergestützt am Mikroskop gemessen. Weicht der DNA-Gehalt in einer
bestimmten Anzahl von Zellen von der Norm ab, beweist dies, dass der Patient
Krebs hat. Derartige Abweichungen beruhen auf einem Verlust oder Gewinn
einzelner
Chromosomen (chromosomale Aneuploidie), wie sie nur bei Krebs vorkommen. Schon
zwei Jahre bevor man Krebs mit herkömmlichen Methoden am Mikroskop erkennen
kann, ist so zum Beispiel ein krankhaft erhöhter Gehalt an Erbsubstanz (DNA) in
der Bronchial-, der Gebärmutterhals- oder der Kehlkopf-Schleimhaut nachweisbar (Böcking et al. 1985, 1986; Auffemann et al., 1985).
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Mikroskopisches Bild von 23
Paaren normaler Chromosomen einer gesunden Körperzelle eines Mannes (Karyogramm). |
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Mikroskopisches Bild der
Chromosomen einer Krebszelle mit zusätzlichen (Nr. 7, 16, 17) und
fehlenden (Y oder X) Chromosomen sowie einem krankhaften, s.g.
Markerchromosom (MAR). |
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Mikroskopisches Bild der
Chromosomen einer Zelle eines sehr bösartigen Nierenzellkarzinoms mit
enormer Vermehrung der Zahl von Chromosomen.
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Der Nachweis krankhafter Veränderungen
des DNA-Gehaltes erlaubt eine sehr frühe Diagnose von Mundkrebs. |
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DNA - Histogramm eines hoch
differenzierten Prostatakarzinoms (Grad 1) mit peridiploider (fast
normaler) DNA-Verteilung der Tumorzellen. |
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DNA - Histogramm eines mittelgradig
differenzierten Prostatakarzinoms (Grad 2) mit peritetraploider
DNA-Verteilung der Tumorzellen. |
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DNA - Histogramm eines wenig
differenzierten Prostatakarzinoms (Grad 3) mit DNA-Stammlinie bei 3,5
x-ploid). |
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DNA - Histogramm eines wenig
differenzierten Prostatakarzinoms (Grad 3) mit mehreren Stammlinien (multiploid). |
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In der Mundschleimhaut erlaubt der Nachweis von "DNA-Aneuploidie" eine
Krebsdiagnose sogar fünf Jahre bevor der Patient etwas von seiner Erkrankung
spürt (Sudbø et al. 2001).
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Gerät zur Bestimmung des
DNS-Gehaltes in Zellkernen: Mikroskop mit TV-Kamera und Messmonitor.
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Monitor zur interaktiven Messung
der DNA-Gehalte von Zellkernen (diagnostische DNA-Bild-Zytometrie)
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Messmonitor zur diagnostischen
DNA-Bildzytometrie. |
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DNA-Bildzytometrie-Einrichtung: Mikroskop
mit TV-Kamera, PC und interaktivem Messmonitor |
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Da unter Umständen der Nachweis einer einzigen Zelle mit einem stark erhöhten
DNA-Gehalt ausreicht, um eine sichere Krebsdiagnose zu stellen, erlaubt die
DNA-Bildcytometrie eine Krebsdiagnostik vielfach nicht nur sehr früh, sondern
auch an sehr wenigen Zellen (Remmerbach et al., 2001, 2003).
Für die folgenden Tumoren liegen hinreichend viele wissenschaftliche
Veröffentlichungen vor, die von einer erfolgreichen Krebsfrühdiagnostik mit der
DNA-Bildcytometrie berichten:
• Dysplasien der Hornhaut oder Bindehaut des Auges
• Dysplasien der Mundschleimhaut
• Dysplasien der Kehlkopfschleimhaut
• Dysplasien der Speiseröhrenschleimhaut
• Knoten der Schilddrüse
• Knoten der Schweißdrüsen
• Dysplasien der Magenschleimhaut
• Körperhöhlenergüsse
• Knoten der Bauchspeicheldrüse
• Knoten der Nebennieren
• Dysplasien der Dickdarmschleimhaut
• Borderline-Tumoren der Eierstöcke
• Dysplasien der Gebärmutterhalsschleimhaut
• Dysplasien der Harnblasenschleimhaut
• Aneurysmale Knochenzysten
Unter einer „Dysplasie“ versteht man einen auf Krebs verdächtigen
Schleimhautbereich.
Unter „Knoten“ versteht man eine auf Krebs verdächtige Gewebsvermehrung (oder
Raumforderung) in einem inneren Organ. |