| 8.3.
Gebärmutterhalskrebs
1. Sinnvolle Anwendungen
(Indikationen):
Freiwillige Untersuchung zur Frühdiagnose von Gebärmutterhalskrebs und
seinen Vorstufen (Dysplasien) durch Abstrichentnahme vom Muttermund im
Rahmen der gesetzlichen Krebsvorsorgeuntersuchungen für Frauen ab dem
20sten Lebensjahr.
2. Materialgewinnung:
Abstriche vom Muttermund mittels anatomisch geformter Bürste (zum Beispiel
Cervex-brush, siehe Abbildung Bild 5, Kapitel 1.1.). Entweder Anfertigung
von Ausstrichen auf Glasobjektträgern und Spray-Fixation oder Einbringung
in alkoholische Fixationsflüssigkeit mit automatischer Anfertigung von
Dünnschicht-Präparaten (ThinPrep oder SurePath)
Hier
eine Anleitung zur Abstrichentnahme
3. Unterscheidbare Krankheiten:
• Gebärmutterhalskrebse (Plattenepithel-
oder Adenokarzinome) und ihre Vorstufen (Dysplasien).
•
Spezifische Infektionen, zum Beispiel Soor, Herpes, Trichomonaden,
Haemophilus vaginalis etc.
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Zellen in einem Abstrich vom
Muttermund. Die große Zelle in der Mitte ist von HPV-Viren befallen, die
einem Hohlraum um den Kern verursacht haben. |
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Gewebsschnitt vom Muttermund: Übergang
des normalen Flimmerepithels (rechts) zu einem in situ-Karzinom des
Plattenepithels (links). |
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Gewebsschnitt von einem Krebs des
Muttermundes (dunkelblau) in einem späteren Stadium. Dieser ist bereits
1,5 cm tief in das umliegende Gewebe eingewachsen. |
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Gebärmutterhalsabstrich mit normalen
Superfizial- und Intermediärzellen des Plattenepithels. |
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Regelrechter endozervikaler Abstrich. |
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Gebärmutterhalsabstrich bei HPV-Infekt. |
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Gebärmutterhalsabstrich bei Herpes
simplex-Infekt. |
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Gebärmutterhalsabstrich bei
Trichomonadenkolpitis. |
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Gebärmutterhalsabstrich mit
metaplastischen Plattenepithelien. |
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Gebärmutterhalsabstrich mit zwei
mittelgradig dysplastischen Platten-epithelien. |
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Gebärmutterhalsabstrich mit Zellen
eines Carcinoma in situ des Plattenepithels. |
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Gebärmutterhalsabstrich mit Zellen
eines invasiven, nicht verhornenden Plattenepithelkarzinoms. |
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Gebärmutterhalsabstrich mit Zellen
eines endozervikalen Adenokarzinoms. |
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Gebärmutterhalsabstrich bei
endometrialem Adenokarzinom. |
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4. Treffsicherheiten:
•
Sensitivitäten werden berichtet von 19 % (Schneider et al., 2000) bis
83,9% (Hilgarh und Schulz 1981). Die mittlere Sensitivität beträgt etwa 50
%.
•
Spezifitäten von 92,0 % (Reid et al, 1991) bis 99,2 % (Tawa et al., 1988).
Die mittlere Spezifität beträgt etwa 97 %.
•
Positive Prädiktionswerte von 21,6 % (Schneider et al., 1996) bis 97,9 % (Mc
Kinnon et al., 1993). Der mittlere positive Prädiktionswert beträgt etwa
22 %.
•
Negative Prädiktionswerte von 88,2 (Schauberger et al, 1991) bis 99,8 % (Ceccini
et al., 1993; Grote et al., 2004). Der mittlere negative Prädiktionswert
beträgt etwa 93 %.
•
Durch DNA-Bildzytometrie an krebsverdächtigen Abstrichen lässt sich an
diesen der positive Prädiktionswert auf 63 % steigern (Grote et al 2004).
5. Klinische Bedeutung:
Konkurrenzloses, nicht belastendes, preiswertes und in geübten Händen
treffsicheres Verfahren zur Frühdiagnose und damit Frühtherapie von
Gebärmutterhalskrebs samt dessen definitiver Heilung durch einen harmlosen
Eingriff (zum Beispiel Konisation).
6. Hilfsmethoden:
•
DNA-Bildzytometrie:
Zur Bestimmung des Progressionsrisikos krebsverdächtiger Abstriche mit
geringen und mittleren Dysplasien bzw. den diagnostischen Gruppen III und
III D der Münchner Nomenklatur II.
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Positiver Prädiktionswert 63 %, negativer Prädiktionswert 93 %
(Grote et al., 2004; Böcking und Motherby, 1999; Böcking und Nguyen, 2004;
Böcking et al., 2004).
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Zur Bestimmung des Grades der Bösartigkeit eines Gebärmutterhalskrebses
(zum Beispiel bei Auftreten in der Schwangerschaft (Grote et al., 2001).
•
HPV-Test:
Nachweis und Typisierung von humanen Papillomviren (HPV) mittels
Polymerase-Chain-Reaction (PCR) oder Hybrid Capture-Test II.
Identifizierung von Hochrisiko-HPV-Virus-Typen 16/18 mittels
Hybrid Capture-Test II (HPV, Petry et al., 2003):
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Sensitivität: 97.8 %
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Spezifität: 95,3 %
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Positiver Prädiktionswert: 10,9 %
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Negativer Prädiktionswert: 99,7 %.
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Flüssigkeitsbasierte Zytologie (Dünnschicht-Zytologie):
Vielfach belegte Steigerung der Findungsrate von Zellen eines
Gebärmutterhalskrebses und seiner Vorstufen um im Mittel 141 % (Bernstein
et al., 2001).
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