vorherige Seitenächste Seite

8.4. Harnblasenkrebs

1. Sinnvolle Anwendungen (Indikationen):

Frühdiagnose von Krebs der Harnblase sowie der Harnleiter und Nierenbecken bei Nachweis von Blut im Urin und bei beruflich Anilinfarben oder Vinylchlorid ausgesetzten Arbeitern

2. Materialgewinnung:

• Sogenannter Provokationsurin, der nach dem Trinken von viel Flüssigkeit gelassen werden kann. Morgenurin ist für zytologische Untersuchungen ungeeignet. Fixation des Sediments (nach Zentrifugation) in 50%igem Alkohol (Saccomanno's Fixativ)

Hier eine Anleitung zur Gewinnung und Präparation von Urin

• Spülflüssigkeiten aus Harnblase, Harnleitern oder Nierenbecken können im Rahmen einer Blasenspiegelung entnommen werden

3. Unterscheidbare Krankheiten:

Harnblasen- (Nierenbecken- und Harnleiter-) Karzinome (Urothelkarzinome) und deren Vorstadien (Carcinoma in Situ)

4. Treffsicherheiten:

Sensitivität: 68 %
Spezifität: 100 % (Planz et al., 2001)

Mit zusätzlicher DNA-Zytometrie:

Sensitivität: 87 %
Spezifität: 100 % (Planz et al., 2001)

5. Klinische Bedeutung:

Nicht belastendes und preiswertes Verfahren zur Abklärung eines Verdachtes auf Harnblasenkrebs

6. Hilfsmethoden:

DNA-Bildcytometrie: Erhöhung der Treffsicherheit bei zytologisch unklaren Fällen und zum Malignitäts-Grading des Urothelkarzinoms (Planz et al., 2001; Böcking 1995)

7. Abbildungen:

 
Provokationsurin mit neun regelrechten großen Plattenepithelien.
Provokationsurin mit Zellen eines papillären Urothelkarzinoms Grad II.
Provokationsurin mit Zellen eines soliden Urothelkarzinoms Grad III.
Spontanurin mit nekrotischen Zellen eines die Harnblase infiltrierenden Adenokarzinoms der Prostata.

 

 
 

vorherige Seitenächste Seite