8.8. Metastasen (Leber,
Lunge, Lymphknoten, Körperhöhlenergüsse)
1. Sinnvolle Anwendungen
(Indikationen):
• Abklärungen neu aufgetretener Knoten (Raumforderungen, Tumoren) in Lunge,
Leber, Lymphknoten
• Abklärung von Körperhöhlenergüssen (Pleura, Aszites, Herzbeutel) zum
Ausschluss von Krebs, gegebenenfalls zur Identifizierung des Sitzes eines
unbekannten Primärtumors
• Abklärung eines Metastasenverdachtes bei bekanntem Primärtumor
• Abklärung eines CUP-Syndroms (Carcinoma of unknown primary)
2. Materialgewinnung:
• Lunge: gezielte Feinnadelaspirationsbiopsie (FNAB) im Rahmen einer
Computertomographie (CT) (Böcking et al., 1995)
Hier eine Anleitung zur Punktion
• Leber: Ultraschall oder CT-gezielte FNAB
Hier eine Anleitung zur Punktion
• Lymphknoten, je nach Lage im Körper:
- Unter der Haut: Manuell kontrollierte FNAB
- Am Hals: Ultraschall gezielte FNAB
- Im Mediastinum und Retroperitoneum: CT- oder endosonographisch gezielte
FNAB
- Im Bauchraum: CT- oder endosonographisch gezielte FNAB
Hier eine Anleitung zur Punktion
• Ergüsse in Körperhöhlen: Punktion mit dünnen Injektionsnadeln
Hier eine Anleitung zur Punktion
3. Unterscheidbare Krankheiten:
• Entzündungen der Lymphknoten (spezifische, zum Beispiel Tuberkulose,
Sarkoidose und unspezifische, zum Beispiel virale)
• Maligne Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome (Tumoren des Lymphsystems)
•
Tochtergeschwülste (= Metastasen) von bekannten und unbekannten
Primärtumoren
4. Treffsicherheiten (Schönnenbeck,
2004):
• Sensitivität:
98,4 % Thorax
95,8 % Abdomen
90,4 % Leber
• Spezifität:
100 % Thorax,
• Abdomen und Leber
- Klassifikationsgenauigkeit: 94,9 %
-
Rate korrekt identifizierter Primärtumoren aus Körperhöhlenergüssen (Pomjanski
et al., 2004):
85,1 %
5. Klinische Bedeutung:
• Preiswertes, schnelles und komplikationsarmes Verfahren zur Abklärung
(auch zum Ausschluss) eines Krebsverdachtes bei Herdbildungen in Lunge,
Leber, Lymphknoten oder in Körperhöhlenergüssen
• Primärtumor-Identifizierung oder Eingrenzung bei Tochtergeschwülsten
(Metastasen) von Tumoren unbekannter Herkunft (CUP-Syndrom)
• Abklärung eines Metastasenverdachtes bei bekanntem Primärtumor
• Abklärung eines CUP-Syndroms (Pomjanski et al., 2004)
6. Komplikationen:
Schönnenbeck (2004) berichtet über 1,6 % geringer Komplikationen
(Blutungen).
Metastasen im Stichkanal beobachtete er bei 305 Punktionen nicht.
7. Abbildungen:
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Normale Zellen der Rippenfells (Mesothelien) in einem Erguss, Pappenheim - Färbung. |
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Zellen aus der Lebermetastase
eines Dickdarmkarzinoms, Papanicolaou - Färbung. |
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Zellen eines in die Leber
metastasierenden Karzinoms der Bauchspeicheldrüse.
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Zellen aus der Lebermetastase
eines neuroendokrinen Karzinoms der Bauchspeicheldrüse,
Pappenheim - Färbung. |
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Zellen aus der Lebermetastase
eines Dickdarmkarzinoms. |
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Zellen aus der Lebermetastase
eines Mammakarzinoms, Pappenheim - Färbung. |
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Zellen aus Lebermetastase eines
neuroendokrinen Karzinoms der Bauchspeicheldrüse.
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Zellen aus der Lebermetastase
eines Mammakarzinoms, immunzytochemisch sind Östrogenrezeptoren
spezifisch (braun) angefärbt. |
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Zellen aus der Lebermetastase
eines Mammakarzinoms in Papanicolaou - Färbung. |
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Zellen eines bösartigen
Rippenfelltumors (malignes Mesotheliom) in einem Erguss,
Pappenheim - Färbung. |
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Zwei Zellen eines Magenkarzinoms
in einem Erguss der Bauchhöhle (Aszites). |
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Zellen eines
Plattenepithelkarzinoms der Lunge in einem Rippenfellerguss,
Pappenheim - Färbung. |
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Vier Zellen eines bösartigen
Tumors unbekannter Herkunft (Carcinoma of unknown primary) in
einem Rippenfellerguss. |
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AgNOR-Darstellung in
Zellen eines Dickdarmkarzinoms in einem Bauchhöhlenerguss durch
Silbernitratfärbung. |
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Zellen eines Siegelringkarzinoms
des Magens in einem Bauchhöhlenerguss, Pappenheim-Färbung. |
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