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8.9. Mundkrebs

1. Sinnvolle Anwendungen (Indikationen):

• Abklärung eines Tumor-verdächtigen weißen (Leukoplakie) oder roten Flecks (Erythroplakie) oder eines Lichen planus der Mundschleimhaut gemäß BEMA Nr. 05

• Abklärung Bläschen-förmiger Mundschleimhaut-Erkrankungen (Verdacht auf Herpes oder Pemphigus vulgaris)

2. Materialgewinnung:

Abstriche von der Mundschleimhaut mit einer kleinen Spezialbürste, z. B. ORCA-brush (Deutsche Gesellschaft für orale Diagnostik, DGOD, www.buerstenbiopsie.de).

Anleitung zur Gewinnung von Mundschleimhaut-Abstrichen

3. Unterscheidbare Krankheiten (Differenzialdiagnosen):

- Verhornungs-Anomalien (Hyperkeratosen)
- Herpes (HSV-Infektion)
- Pilzinfektion (Soor))
- Pemphigus vulgaris (Autoimmunerkrankung)
- Geschwüre (Ulcera)
- Mundkrebs und seine Vorstadien (Dysplasien)
- Malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs)
- Malignes Lymphom (Lymphknotenkrebs)

4. Treffsicherheiten:

Sensitivität: 98,2 %, einschließlich DNA-Bildzytometrie
Spezifität: 100 % (Remmerbach et al., 2001, 2003, 2004, Maraki et al., 2004)

5. Klinische Bedeutung:

Nicht-belastendes, preiswertes und treffsicheres Verfahren zur Früherkennung bzw. Ausschluss von Mundkrebs

6. Hilfsmethoden:

• DNA-Zytometrie zur Abklärung krebsverdächtiger Zellbefunde bzw. Diagnose-Sicherung bei sehr frühem Mundkrebs (Remmerbach et al., 2001, 2003, 2004)

• Immunzytochemie zur Erkennung von Autoimmunerkrankungen der Mundschleimhaut (Pemphigus vulgaris) (Maraki et al., 2004)

• AgNOR-Analyse zur Abklärung krebsverdächtiger Zellbefunde (Remmerbach et al., 2003)

7. Abbildungen

Entnahme eines Abstriches von der Wangenschleimhaut mit gestielter Bürste.
Abstrich von einem Krebs-verdächtigen Herd am Zugenrand mit einer kleinen Bürste.
Bürstenabstrich von einer krebsverdächtigen weißen Veränderung der Mundschleimhaut (Leukoplakie).
 
 

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