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4.1.3. Punktate von Organen

Sofern durch Tasten mit den Fingern (Speicheldrüsen, Schilddrüse, Lymphknoten, Brüste, Prostata), mittels Ultraschall (Leber, Speicheldrüsen, Bauchspeicheldrüse) oder Röntgenverfahren (Lungen, Mediastinum, Bauchspeicheldrüse, Brustdrüsen, Milz, Weichteile, Nebennieren) knotige Verhärtungen oder Neubildungen gefunden worden sind, lassen sich diese mit feinen Nadeln anstechen und ein paar hundert oder tausend Zellen absaugen. Dieses Verfahren nennt man Feinnadel-Aspirations-Biopsie (FNAB).

Simulation einer Feinnadelaspirationsbiopsie eines Tumorknotens ( in der linken Hand ) mit einem Einmalspritzenhalter ( in der rechten Hand )  und einer dünnen Nadel.
Besteck zur Feinnadelaspirationsbiopsie der Prostata nach Franzeen.
Nadeln verschiedener Kaliber zur Gewinnung von Zellen (oben) oder Geweben (Mitte und unten)r.
Einhandspritzenhalter Cameco mit eingelegter Einmalspritze und angesteckter Nadel.
Ausblasen in die Nadel eingesogener Zellen auf einen Glasobjektträger mittels Überdruck.
Ausblasen eines aspirierten Feinnadelpunktates auf Glasobjektträger.
Fixation eines Zellausstriches mit alkoholischem Spray.
Von Hand gezielte Feinnadelaspirationsbiopsie  eines verdächtigen Knotens in der Schilddrüse.

Tabelle 3 gibt Auskunft über mögliche Punktionsziele und zur Punktion befähigte Ärztegruppen.

Um Zellen aus Raumforderungen, knotigen Neubildungen oder Tumoren innerer Organe, wie der Schilddrüse, Brust oder Leber für die Zelldiagnostik zu erhalten, bedient man sich sehr dünner Hohlnadeln (Durchmesser 0,7 mm) unterschiedlicher Länge.

Diese werden auf eine leere Spritze aufgesetzt und in den verdächtigen Knoten geführt. Dazu kann die Haut an der betreffenden Stelle mit einem Lokalanästhetikum betäubt werden. Da ohnehin nur ein kleiner Stich erfolgt, der nicht wirklich wehtut, kann man darauf aber auch verzichten. Durch Anziehen des Spritzstempels wird ein Unterdruck erzeugt, welcher einige hundert oder tausend Zellen in die Spritzenkanüle saugt. Aus dieser werden sie anschließend wieder auf einen Glas-Objektträger ausgeblasen und darauf gleichmäßig zu einem dünnen Film ausgestrichen.

Örtliche Betäubung der Rückenhaut vor Einführung einer Feinnadel mit Mandrin zur Biopsie eines verdächtigen Knotens in der Lunge. 

Um die in Frage stehenden Neubildungen und Knoten in den Organen exakt zu treffen, nehmen Ärzte häufig entweder Ultraschallgeräte (Speicheldrüsen, Schilddrüse, Leber, Brüste, Bauchspeicheldrüse) oder Computer-Tomographie-Geräte (CT): (Lungen, Mediastinum, Bauchspeicheldrüse, Nebennieren) zur Hilfe. Damit gelingt es heute Herde auf 3 mm genau zu treffen. Blutgefäße stellen keine Gefahr dar, da die Nadeln so dünn sind, dass es nicht zu Blutungen kommt. Vielmehr eignet sich dieses Verfahren sogar zur Diagnostik bei Blutern, da für diese viel eher eine sogenannte offene Gewebebiopsie oder Operation ein Blutungsrisiko darstellt.

Ultraschlallgezielte Feinnadelaspirationsbiopsie der Leber.
Feinnadelaspirationsbiopsie eines Knotens in der Ohrspeicheldrüse unter Ultraschallkontrolle (Schallkopf links).

Sogar den Darm mit diesen dünnen Nadeln ungewollt zu durchstechen bewirkt keine Infektion, wie die häufigen komplikationslosen Punktionen der Prostata aus dem Enddarm heraus zeigen.

Hier finden Sie eine Anleitung zur Feinnadelpunktion für Ärzte.

 
 

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