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1.2. Seit wann gibt es Cytopathologie?

Erstbeschreibungen

1831 Alfred Donné schrieb 1831 in Paris seine Doktorarbeit über das normale mikroskopische Aussehen von Zellen des Blutes, des Eiters und des Vaginalschleimes. Damit gilt er als Begründer der hämatologischen Cytologie. Tumorzellen beschrieb er mikroskopisch aber noch nicht.

1836 Alfred Donné entdeckte Trichomonaden im Scheidensekret als Erreger einer Entzündung.

1838 Als Erstbeschreiber der mikroskopischen Bilder von Tumorzellen des Menschen, eines Krebses des Unterkiefers, und als Begründer der klinischen Cytodiagnostik darf der Berliner Physiologe Johannes Müller gelten (1836). Er verfasste 1838 die erste Monographie über bösartige Tumorzellen.

1843 Julius Vogel aus Göttingen beschrieb 1843 erstmals mikroskopisch das Aussehen abgeschilferter Zellen eines Mundkrebses.

1846 Die erste mikroskopische Beschreibung von Zellen eines Lungenkrebses im Auswurf (Sputum) stammt von dem Engländer W.H. Walshe aus dem Jahr 1846 aus London.

1848 berichtete J.H. Bennet das erste Mal über Zellen eines Eierstockkrebses in der Bauchhöhlenflüssigkeit (Ascites) einer jungen Frau.

1855 Der berühmte Begründer der Zellularpathologie war Rudolf Virchow (1855). Er war in Berlin an der Charité tätig und formulierte als erster, dass sich Krebs aus bösartigen Zellen durch ungebremste Teilung derselben entwickelt („Omnis cellula e eiusdem cellula“).

Rudolf Virchow, der Begründer der Zellularpathologie (1821 – 1902, Berlin).                                                                        
 

1856 berichtete Dr. Lambl in Prag als erster über die mikroskopische Diagnose von Harnblasenkarzinomen an Zellen aus dem Urin.

1856 wandte V. D. Lambl die Urindiagnostik erstmals als onkologische Cytologie zur Erkennung von Harnblasenkarzinomen an.

1871 Den ersten Hinweis auf die Möglichkeit einer mikroskopischen Diagnose des Karzinoms an Zellen in Gebärmutterhals-Abstrichen gab 1871 der Amerikaner J.G. Richardson.

1886 Menetrier punktierte 1886 als erster Arzt die Lunge mit einer dünnen Nadel, um einen bösartigen Bindegewebstumor (Sarkom) mikroskopisch zu diagnostizieren.

1904 beschrieb der Deutsche Pathologe W. Rindfleisch erstmalig Tumorzellen in der Gehirnflüssigkeit (Liquor).

1921 berichtete C. G. Guthrie erstmals über die Cytologische Diagnose von Lymphomen und Karzinomen an Nadelpunktaten aus Lymphknoten.

1928 Als eigentlicher Begründer der Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses an Abstrichen gilt aber der später in New York lebende Anatom griechischer Abstammung G. N. Papanicolaou. Er veröffentlichte 1928 eine Arbeit mit dem Titel: “New Cancer Diagnosis“.

1928 Im selben Jahr (1928) publizierte der rumänische Pathologe Babes dieselben Beobachtungen wie Papanicolaou unter dem Titel: „Diagnostic du cancer du col uterin par les frottis“.

1928 beschrieb U. Queusel erstmals die Eignung der Cytologischen Untersuchung von Körperhöhlenergüssen für die Krebsdiagnostik.

1930 H. E. Martin und E. D. Ellis diagnostizierten 1930 erstmals an einem Feinnadelpunktat der Schilddrüse ein Karzinom.

1930 R. S. Ferguson veröffentlichte 1930 und 1937 im "American Journal of Surgery" ausgezeichnete Ergebnisse zur Treffsicherheit der transrektalen Feinnadelaspirationsbiopsie der Prostata.

1930 Die Eignung der Feinnadelaspirationsbiopsie zur Abklärung Tumor-verdächtiger Knoten der Schilddrüse belegten erstmals in großem Stile ...Droese.

1930 Die Pathologen Martin und Ellis vom Memorial Hospital in Ney York berichteten 1930 über eine Serie erfolgreicher Feinnadelaspirationsbiopsien der Lunge.

1934 Dieselben Autoren veröffentlichten 1934 eine Studie über treffsichere Cytologische Diagnosen an   1 405 Feinnadelpunktaten der weiblichen Brust, der Schilddrüse, der Prostata und des Magens.

1933 schilderte F. W. Stewart erstmals Tumorzellen in Speicheldrüsenpunktaten.

1933 schlug F. W. Stewart aufgrund seiner Erfahrungen mit 500 Feinnadelaspirationsbiopsien der weiblichen Brust diese nicht-invasive Methode zur Abklärung eines Krebsverdachtes vor.

1935 E. Froll folgte 1935 mit Berichten über Cytologische Diagnosen an Feinnadelaspirationsbiopsien der Leber zu Zweck der Krebsdiagnostik.

1942 beschrieb E. Franke einen Cytologischen Nachweis von Tumorzellen in (Knochen)Markpunktaten.

1950 beschrieben Hampert und Mitarbeiter erstmals die Bronchialsekret-Cytologie für die Diagnose des Lungenkrebses.

1967 beschrieben R. Perdermo und Mitarbeiter erstmals aus Uruguay Cytologische Diagnosen von Karzinomen der Bauchspeicheldrüse an durch Feinnadelaspiration gewonnenen Zellen.

 

Erste Lehrbücher

1847 Lehrbücher des Physiologen Carl Bruch aus Heidelberg (1847) und des Anatomen Gluge aus Jena (1850) enthielten bereits mikroskopische Bilder von Zellen unterschiedlicher Krebse.

1851 Das erste Lehrbuch der diagnostischen Cytopathologie verfasste 1851 der Schweizer Pathologe H. Lebert. Er gilt als einer der Erfinder diagnostischer Punktionen von Tumoren.

1855 erscheint das Buch „Zellularpathologie“ des Berliner Pathologen Rudolf Virchow.

1860 veröffentlichte Lionel Beale aus London einen Atlas über die Sputum-Cytologie.

1943 G. N. Papanicolaou und der Gynäkologe Traut veröffentlichen 1943 ihr Buch: „Diagnosis of uterine cancer by the vaginal smear“.

 

Aus dem Atlas der Cytopathologie von G. N. Papanicolaou, 1954.                                  

Aus dem Atlas der Cytopathologie von G. N. Papanicolaou, 1954.                                  

Atlas der Cytologie von Papanicolaou.

George N. Papanicolaou (1883-1962).

1946 beschrieb P. Thygeson als erster cytologische Krebsdiagnosen an Abstrichen von Hornhaut und Bindehaut.

1954 erschien der "Atlas of exfoliative cytology" von G. N. Papanicolaou.

1968 erschien erstmals das umfassende Werk von L. G. Koss "Diagnostic cytology and it's histopathological base".

1973 G. L.Wied gab ab 1973 die Bücherreihe: "Monographes clinical cytology" heraus.

 
 

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