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10.1. Treffsicherheiten

Um die Sicherheit diagnostischer Verfahren in der Medizin genau zu fassen, verwendet man folgende Maßzahlen der Treffsicherheit:

Sensitivität ist der Prozentsatz richtig erkannter Kranker (oder Tumoren) unter allen Kranken (beziehungsweise allen Tumoren).

Spezifität ist der Prozentsatz richtig erkannter Gesunder unter allen Gesunden.

Falsch-Positivrate ist der Prozentsatz von Krankheits-, beziehungsweise Krebsdiagnosen, die sich im nachhinein als falsch (kein Krebs) herausstellen.

Falsch-Negativrate ist der Prozentsatz übersehener Kranker, bzw.
Krebspatienten.

Positiver Prädiktionswert ist der Prozentsatz von Krankheits- bzw. Tumordiagnosen, der sich später als korrekt herausstellt.

Negativer Prädiktionswert ist der Prozentsatz von als gesund (Tumor-frei) diagnostizierten Gesunden bzw. Patienten ohne Tumor.

Klassifikationsgenauigkeit ist der Prozentsatz von Krebsdiagnosen, deren feingewebliche Typisierung (Klassifikation) sich bei der Nachuntersuchung als korrekt herausstellt.

Im Idealfall sollten Sensitivität, Speziftät, positive und negative Prädiktionswerte.
sowie die Klassifikationsgenauigkeit 100 Prozent betragen. Die Falsch-Negativrate
jeweils sollte 0 Prozent betragen. Alle diese Maßzahlen sollten sowohl für die
cytologische als auch für die histologische Krebsdiagnostik und für jeden einzelnen
Organtumor bekannt sein.

In der Praxis liegen diese Zahlen vor allem für die Gewebediagnostik aber oft nicht vor. Vielmehr wird meist fälschlicherweise oft angenommen, dass ihr eine
hundertprozentige Korrektheit beziehungsweise eine nullprozentige Fehlerrate zukommt.

Für die Mundkrebsdiagnostik beträgt die Sensitivität der histologischen und der
cytologischen Diagnostik beispielsweise gleichermaßen 98,2 Prozent, die Spezifität
jeweils 100 Prozent (Remmerbach et al. 2001). Sensitivität und Spezifität der
histologischen, beziehungsweise cytologischen Diagnostik des Bronchialkarzinoms
betragen 98,2 und 99,0 Prozent, beziehungsweise 100 und 95,0 Prozent. Die Therapie-relevante Klassifikationsgenauigkeit der histologischen Diagnostik von Lungentumoren beträgt 94,0 Prozent, die der cytologischen Diagnostik 95,3 Prozent (Böcking et al. 1995).

Die Treffsicherheit der cytologischen Diagnostik muss sich für jedes Organ an
derjenigen der histologischen Diagnostik messen lassen. In den organbezogenen
Kapiteln dieser Website sind jeweils repräsentative Werte aus der Fachliteratur
angegeben.

 
 

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