| 5.4.1. Typisierung von Krebs
In Fällen, in denen ein Primärtumor zwar bekannt ist, aber noch typisiert (histogenetisch
klassifiziert) werden muss, bevor er spezifisch behandelt werden kann hilft die
Immuncytochemie oder die Immunhistochemie. So gibt es beispielsweise in der
Bauchspeicheldrüse Tumortypen, die operiert werden müssen und andere bei denen
eine Chemotherapie ausreicht. Diese Unterscheidung ist aber nicht mit Sicherheit
an der Gestalt ihrer gefärbten Zellen möglich, sondern nur durch den
immuncytochemischen oder -histochemischen Nachweis der für einen Tumortyp
spezifischen Antigene (zum Beispiel Chromogranin und Synaptophysin für ein
neuroendokrines Karzinom).
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Immunzytochemische Darstellung von Chromogranin A (körnige Braunfärbung) in
Zellen eines neuroendokrinen Karzinoms aus einem Feinnadelpunktat der
Bauchspeicheldrüse. |
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Heute lassen sich mit einer Batterie (Panel) von mindestens 50 verschiedenen
Antikörpern ebenso viele Primärtumoren cytochemisch unterscheiden. Ein
Antikörper wird dabei nachgewiesen, indem seine spezifische Bindung an ein
Antigen als roter oder brauner Farbniederschlag sichtbar gemacht wird.
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Immunzytochemische Darstellung von Alpha-1-Fetoprotein (körnige Braunfärbung
im Zytoplasma) in Zellen eines Leberkarzinoms aus einem Feinnadelpunktat. |
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So stammen Tumorzellen, in denen das Prostata-spezifische Antigen (PSA)
immuncytochemisch nachgewiesen wurde, natürlich aus der Prostata und nicht etwa
aus dem Magen. Tumorzellen, in denen Laktalbumin festgestellt wurde, stammen von
einem Mamma-Karzinom, Thyreoglobulin kennzeichnet Zellen aus einem
Schilddrüsen-Karzinom.
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Immunzytochemische Darstellung des Lymphozyten-Markers LCA in Tumorzellen
eines Rippenfellergusses bei einem malignen Lymphom. |
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Die Leistung der ImmunCytochemie besteht vor allem darin, dass sie eine exakte
Typisierung der Tumoren an wenigen Zellen ohne eine Gewebeentnahme ermöglicht.
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