1.1. Was ist Cytopathologie?
Darunter versteht man heute im engeren Sinne die mikroskopische Diagnostik
verschiedener Krebserkrankungen (und einiger Infektionskrankheiten) an Menschen
entnommenen Zellen. Diese müssen vom Ort des Krankheitsgeschehens selbst
stammen.
So kann man an einem Abstrich von der Mundschleimhaut Mundkrebs früh
diagnostizieren, aus dem Urin ein Harnblasenkarzinom und an einem
Feinnadelpunktat der Prostata ein Prostatakarzinom.
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Entnahme eines
Abstriches von der Wangenschleimhaut mit gestielter Bürste.
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Bis heute gibt es keine "Tumormarker", welche aus dem Blut die sichere Diagnose
eines bestimmten Organkrebses ermöglichen. Lediglich das Prostata-spezifische
Antigen (PSA) erlaubt aus dem Blut den vagen Verdacht auf das Vorliegen eines
Krebses in diesem Organ zu äußern.
Es bedarf nur einiger hundert oder tausend Zellen vom Ort des Krebsverdachtes um
diesen abzuklären (zum Beispiel einen Abstrich von einem
verdächtigen weißen Fleck der Mundschleimhaut). Siehe Kapitel 5.
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Zellen eines Mundkrebses aus einem
Bürstenabstrich.
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Im Unterschied zur herkömmlichen Gewebediagnostik
(Histopathologie) ist für eine Cytopathologische Diagnose weder eine Operation
noch eine blutige Entnahme von Gewebsproben (Biopsie) mit Skalpellen oder Zangen
notwendig.
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Zangenbiopsie der
Harnblasenschleimhaut durch ein Endoskop.
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Die zur Cytologischen Diagnostik benötigten Zellen finden sich zum Beispiel
spontan in Körperflüssigkeiten (Gehirnflüssigkeit, Speichel, Urin,
Gelenkflüssigkeit,Liquor)
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Zellen eines
kleinzelligen Lungenkrebses im Sputum. |
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Sie werden aber auch durch Abstriche mit kleinsten Bürstchen (zum Beispiel vom
Muttermund, Bild) oder durch Punktion mit haarfeinen Nadeln aus verschiedenen
inneren Organen gewonnen.
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Normale Epithelien der
Mundschleimhaut im Mikroskop.
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Neben dem mikroskopischen Bild gefärbter Zellen benutzt der Pathologe weitere
Verfahren um ihnen zusätzliche zur Diagnostik hilfreiche Informationen zu
entlocken (DNA-Cytometrie, ImmunCytochemie, AgNOR-Analyse,
Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung, Polymerase-Chain-Reaction). Siehe
Kapitel 5.
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Messmonitor zur Bestimmung der
Menge an Erbsubstanz (DNA) in Zellkernen (DNA-Bildzytometrie). |
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